Kanadische Botschaft in Berlin

Ahorn-Verkleidung, Kalksteinfassade, begründets Dach und eine sehr spezielle Deckengestaltung zeichnen die Designer-Botschaft in Berlin aus

Nicht jedes Land kann sich eine solch speziell designte Auslandsvertretung leisten, wie die Kanadier. Gleich am Potsdamer Platz gliedert sich das spektakuläre Gebäude zwar nicht ins Regierungsviertel, jedoch in eines der touristischen und wirtschaftlichen Zentren der Stadt ein. Im damaligen "no man's land", dem Todesstreifen zur Zeit des Kalten Krieges, findet man heute den Leipziger Platz mit hochmodernen Gebäudekonstruktionen.

Finanziert durch ein "Public-Private-Partnership", bei dem ein Teil durch einen privaten Investor übernommen wird und ein Teil durch die die öffentliche Verwaltung, entstand im April 2005 der Luxusbau. Den Architektenwettbewerb um die Gestaltung des Hauses gewannen drei kanadische Architekturbüros im Team-Zusammenschluss, mit ihrem preisgekrönten Entwurf. Dabei war neben den künstlerischen Aspekten, vor allem die Verwendung von regionalen Stilmitteln und traditionell kanadischen Materialien ein entscheidendes Kriterium.

Historischer Stadtkern

Nach dem Ende des Kalten Krieges sollten Leipziger und Potsdamer Platz, die im 18. Jahrhundert historische Prachtbauten säumten, wieder zu altem Ruhm verholfen werden. So entstand 1993 ein neuer Plan für die Rekonstruktion des ehemals noblen Stadtviertels. Strenge bauliche Auflagen bezüglich Höhe der Gebäude, Nutzung und Verwendung von Materialien lagen diesem zu Grunde. Die Traufkante von 22 Metern musste eingehalten werden, die Höhe wurde auf 35 Meter begrenzt und für die geometrisch klar strukturierten Fassaden musste notwendigerweise heller Kalk- oder Sandstein verwendet werden. Zusätzlich waren jeweils 20 Prozent der Geschossfläche jedes Hauses als Wohnräume auszuweisen.

Architektonische Highlights

Durch die eckige Struktur des Baus, weist das Haus drei Straßenfassaden auf. Der Nordwest-Flügel erstreckt sich über Ebert- und Voßstraße und stellt somit die Verbindung vom Leipziger zum Potsdamer Platz her. Der kanadische Staat, der eigentliche Besitzer des Grundstücks, verkaufte an die private Immobiliengesellschaft, die Kanada Haus KG. Diese richtete neben den 7500 Quadratmetern Fläche für die Botschaftsräume, in etwa genauso viel Fläche für Wohnungen, Büros und Verkaufsräume im gleichen Bau ein. Heute sind in dem Neubau am Leipziger Platz neben der kanadischen Botschaft, acht Maisonette-Wohnungen und drei Büroetagen untergebracht. Der öffentliche Durchgang von der Ebertstraße zum Innenhof führt von dort auch direkt zum Leipziger Platz und steht symbolisch für die See-Route, die den amerikanischen Kontinent mit Sibirien verbindet und wenn man so will, zugleich für die Verbindung von West nach Ost.

Welcome to Canada

Alle Hausfassaden sind aus Tyndall-Kalkstein, der speziell für das Botschaftsgebäude aus Manitoba in Kanada importiert wurde. Betritt man den Innenhof, so wird einem schnell die Bedeutung der "offenen Struktur" bewusst. Passanten, die sich durch den Komplex bewegen, begegnen Diplomaten und Botschaftsangehörigen auf dem Weg nach draußen. Auch die Nachhaltigkeit hat großen Einfluss auf die Gestaltung des Botschaftsgebäudes erhalten. Fast alle Räume werden durch eine Bauteilkühlung reguliert. Durch wasserleitende Röhren in den Decken, wird die Raumtemperatur über Wärmeaustausch geregelt. So wurde die Klimaanlage ausgespart und Energiekosten gesenkt.

Auch der Innenaustattung mangelt es nicht an künstlerischen und architektonischen Glanzleistungen.

Jeannine Hélène Teichert - Erfolgreich abgeschlossenes Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien sowie absolviertes ...

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